Dienstag, 18. Juni 2019 10:04 Uhr

Ein Feuerwehrgerätehaus wird zum Feuerwehrhaus

Wachenhausen/Gemeinde Katlenburg-Lindau (hl/red). Innerhalb des letzten Jahres ist in Wachenhausen am Feuerwehrgerätehaus ein Anbau errichtet worden, in dem sich zukünftig der Umkleidebereich und ein Waschraum für Feuerwehrzubehör befindet. Dieser Anbau ist zum Teil durch Firmen, aber zu einem großen Teil durch ehrenamtliche Eigenleistung entstanden. Zeitgleich wurde das komplette Feuerwehrhaus renoviert. In all diese Arbeiten wurden durch die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Wachenhausen mehr als 1000 Stunden Eigenleistung investiert.

Bei diesem Bauvorhaben wurde die Freiwillige Feuerwehr Wachenhausen, von einigen privaten Personen aus dem Umfeld der Feuerwehr Wachenhausen, der Kreis-Sparkasse Northeim, sowie der Volksbank Mitte eG finanziell unterstützt.

Bei der Einweihungsfeier sagte Ortsbrandmeister Björn Baye in seiner Rede, das bereits vor etlichen Jahren in diversen Gremien schon über verschiedene Anbaumöglichkeiten an dem Feuerwehrgerätehaus nachgedacht und diskutiert wurde. So richtig in Gang ist alles erst im Jahr 2016 gekommen sagte Baye weiter. Damals leitete die stellvertretende Ortsbrandmeisterin Daniela Cornehl kommissarisch die Wehr, nachdem Alexander Fiebig zuvor aus beruflichen Gründen sein Amt als Ortsbrandmeister zur Verfügung stellen musste. 

Bei der damaligen Begehung im Feuerwehrgerätehaus durch Mitarbeiter der Feuerwehr-Unfallkasse stellte dieser fest, dass es an und im Gebäude dringend Handlungsbedarf gab. Sämtliche vorgehaltenen Materialien dürften aus Platzgründen nicht in der Fahrzeughalle lagern. Auch müssten die vor vielen Jahren selbstgebauten Spinde aus der Fahrzeughalle verschwinden. Es muss mindestens ein Anbau mit einer separaten Umkleidemöglichkeit entstehen, wenn die Feuerwehr Wachenhausen weiter existieren soll, so seine damaligen Worte.

Daraufhin stellte Daniela Cornehl im Juli 2016 erneut einen Antrag beim Ortsrat Wachenhausen, den Anbau an das Feuerwehrhaus für die Haushaltsberatungen 2017 mit zu berücksichtigen. Es folgten einige Besprechungen, wie das Ganze denn überhaupt gestaltet werden kann.

Der erste große Schritt war, dass die Wehrleute in 2017 einen Teil des Erdgeschosses des Dorfgemeinschaftshauses in Eigenleistung umbauten und diese Räume zu Lagerräumen umfunktionierten. Bei dieser ersten Umbaumaßnahme sind 2017 bereits 304 Stunden Eigenleistung angefallen. So konnten zumindest schon einmal sämtliche Materialien umgelagert werden und aus der Fahrzeughalle „verbannt“ werden.

Der nächste Schritt und damit das größere Vorhaben war dann, der Anbau an sich.

Wieder gab es viele Besprechungen mit der „Feuerwehr“, den Planern, der Politik und natürlich auch mit den anliegenden Nachbarn. Nach vielen, auch nervenaufreibenden Gesprächen, konnte man sich auf die heutige Variante des Anbaus, nämlich rechts des Feuerwehrhauses in Richtung Sportplatz einigen. Im Grunde genauso, wie es vor über 20 Jahren auch schon diskutiert wurde.

Am 06.06.2018 morgens um 07:00 Uhr rückte laut Baye, der Bagger an, um mit dem Aushub der Baugrube zu beginnen. Zu diesem Zeitpunkt standen schon mehrere Trecker mit Anhängern vor dem Gerätehaus, um den Erdaushub abzutransportieren. Schon hier zeigte es sich gleich ganz deutlich das Bauvorhaben konnte nur funktionieren und entsprechend realisiert werden, wenn alle Feuerwehrmitglieder an einem Strang ziehen und innerhalb der Feuerwehr, wie auch innerhalb des kleinen Dorfes zusammen halten. Und so wurde an diesem Tag der Grundstein für den heutigen Anbau gelegt. Der Grundstein dazu, dass in Wachenhausen nicht mehr von einem Gerätehaus gesprochen wird, sondern von einem kompletten Feuerwehrhaus.

Am 04.04.2019 wurden dann die bereits Mitte 2018 bestellten Einsatzschränke geliefert. Diese wurden laut Baye am Abend gleich aufgestellt. Somit konnte das Feuerwehrhaus nach fast einem Jahr eingeweiht werden.

Björn Baye ist wie er selbst sagte „nicht nur stolz, sondern Mega Stolz auf seine Kameradinnen und Kameraden sowie die zahlreichen Sponsoren“. Dass es eine kleine Feuerwehr der Gemeinde Katlenburg-Lindau es geschafft hat, solch ein Feuerwehrhaus zu haben. Er ist stolz ein Ortsbrandmeister so einer Wehr zu sein, stolz solche Mannschaft hinter sich zu haben auf die er immer zählen und auf die er sich verlassen kann. 

Baye sagte weiter, das sie in den letzten 12 Monaten 108 Tage auf der Baustelle ehrenamtlich gearbeitet wurde und exakt 1209,50 Stunden an Eigenleistung erbracht wurden. Diese Stunden haben die Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden zusätzlich zu ihren Aufgaben in der Feuerwehr verrichtet. Björn Baye bedankte sich bei den Sponsoren, die mit einer Spende zum Anbau beigetragen haben: 1000 Euro von einem Ehepaar, das nicht genannt werden möchte, 1000 Euro von der Volksbank Mitte e. G. , 500 Euro von der Kreissparkasse Northeim. Laut Baye werden die gesponserten Gelder für die neuen Feuerwehreinsatzschränke mit benutzt. Einen großen Dank geht an Jan Kummerow und Nancy Lutz. Sie haben wegen den Renovierungsarbeiten der Fahrzeughalle das Einsatzfahrzeug „Norbert“ auf ihrem Grundstück untergestellt. Somit waren die Feuerwehrkameradinnen und Kameraden immer einsatzbereit. Danke sagte Baye auch an Roy Walowsky, der immer mit Rat und auch Taten für die Feuerwehr da ist. Er sponserte für das Rolltor der Feuerwehrgarage eine Funkfernsteuerung. Danke sagte Baye auch den Kameraden Matthias Fiebig für 174 Stunden Eigenleistung, Ali Fiebig 120 Stunden und Sven Siemann 117 Stunden. Ausgeklammert waren die stellvertretende Ortsbrandmeisterin Daniela Cornehl mit 186 Stunden und Ortsbrandmeister Björn Baye mit 274 Stunden. Der nächste Bau-Abschnitt wird ein Schuppen und die dazugehörige Anhängergarage für den Anhänger der Einsatzhygiene sein. Die Einsatzhygiene bei Einsätzen haben die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Wachenhausen für die Gemeinde Katlenburg-Lindau übernommen. 

Zum Schluss seiner Rede dankte Baye noch einmal allen Personen und Institutionen, die bei dem Projekt „Anbau an das Gerätehaus“ mitgewirkt haben. „Ihr alle habt zu dem heutigen Ereignis beigetragen. Wir, die Freiwillige Feuerwehr Wachenhausen, sind für die Zukunft gut aufgestellt, so dass wir nun nicht mehr von einem Gerätehaus sprechen, sondern von einem guten und funktionellen Feuerwehrhaus“. 

 Fotos: Horst Lange, Kreisfeuerwehr Northeim

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