Northeim (hakö). Was für eine Geschichte, die immer wieder Jahreszeit bedingt hoch gekocht wird, inzwischen aber immer mehr Kopfschütteln verursacht. Es ist die "Never ending story" von äußerst sensibilisierten Bürgern auf einem der begehrten Sonnenhügel unserer Kreisstadt, von der man "im reifen Alter" eigentlich erwarten darf, daß sie nun endlich die Zeichen der Zeit erkannt hat und sich weiterentwickelt über die bisherigen Stadtgrenzen hinaus.
Und, was tut sich im Wieterviertel oberhalb des Schulzentrums Sudheimer Straße? Da machen doch tatsächlich Anlieger/Hausgemeinschaften zwischen Hengstbachweg und Georg-Diederichs-Ring Front gegen die Öffnung des Martinsgraben, nur weil auch weiterhin Ruhe angemahnt wird, man Kosten sparen möchte und den Wertverlust der eigene Immobilie befürchtet. Angeblich, so verbreitet man in der Öffentlichkeit, beobachtet man zurückgehenden Vogelbestand. Tatsächlich? Sie, die Anlieger, möchten vielmehr auch weiterhin den Blick gen Süden genießen und Hunde ohne Leinenzwang durch die angrenzende Feldmark ausführen. In dem von der Stadt erst kürzlich vorgenommenen Rückschnitt am oberen Martinsgraben sieht man angeblich erste Anzeichen einer geplanten Öffnung. Angst macht sich breit. Auch Wut, von der Verwaltung, und hier insbesondere vom derzeitigen Chef im Rathaus, Jörg Dodenhöft, nicht informiert worden zu sein. Man hätte jetzt bei der Wahl die Möglichkeit, darauf zu antworten.
Für die andere Seite, die "Bürgerinitiative sofortige Öffnung des Martinsgraben" unter CDU-Ratsfrau Helga Jäger, muß der Martinsgraben zwischen Sudheimer Straße und Freiherr-vom-Stein-Straße schnellstmöglich, gerade auch für den abfließenden Verkehr geöffnet werden, schon allein aus Gründen einer sauberen Umwelt im gesamten Viertel. Neue Baugebiete sollten entstehen. Sinnlos sei es, den Verkehr allein über den Dörtalsweg zu leiten oder über die Sturmbäume. Unzumutbar für die dort lebende Bevölkerung. Viel Verkehr ist auch ein hohes Sicherheitsrisiko. Also: Auf mit dem Martinsgraben!
Ratschlag für den künftigen, am Sonntag, 25. Februar zu wählenden neuen Bürgermeister: Flott rauf auf den Wieterturm, Überblick verschaffen über den zu Fuße liegenden "Brennpunkt Südstadt", Gremien und Rat "über alles" informieren und um eine Stadtplanung bitten für ein modernes, offenes Northeim mit attraktivem Bauland und idealen Entwicklungsmöglichkeiten. Die Kreisstadt braucht keine neuen "Stadtmauern".
Das Blockieren der Öffnungsgegner erinnert an den "Aufstand" der Anlieger am Sultmer. Sie ermahnten den Drachenbootverein am großen Freizeitsee, auf das "nervige Trommeln" bei Traningsrunden zu verzichten. Wo man Ruhe braucht, braucht man Ruhe!
Fotos: Hartmut Kölling