Northeim (red). Die Stadt Northeim möchte auf dem Weg zur klimaneutralen Verwaltung weiter an Tempo gewinnen. Bis 2030 soll die Stadtverwaltung klimaneutral arbeiten, bis 2035 sollen auch die städtischen Liegenschaften treibhausgasneutral werden.
Grundlage dafür ist das integrierte Klimaschutzkonzept (IKSK), das seit 2020 durch das Klimaschutzmanagement begleitet wird. Bürgermeister Simon Hartmann erklärt: „Seit April 2020 wird die Umsetzung durch das Klimaschutzmanagement strukturiert begleitet und verstärkt. Dadurch konnten viele Maßnahmen bereits umgesetzt oder angestoßen werden.“
Vorreiterkonzept soll neue Maßnahmen schaffen
Das IKSK enthält unter anderem Analysen zu Treibhausgasemissionen und zum Energieverbrauch in Northeim. Daraus wurden konkrete Maßnahmen auf dem Weg zur Klimaneutralität entwickelt.
Derzeit wird das Konzept überarbeitet und zu einem sogenannten Vorreiterkonzept weiterentwickelt. Dieses soll Northeim schneller zur Treibhausgasneutralität führen und weitere maßgeschneiderte Maßnahmen enthalten. Der Abschluss des Konzepts ist für Sommer 2026 vorgesehen.
Gefördert wird die Erstellung über die Nationale Klimaschutzinitiative.
Neue Stellen für Klimaschutz und Mobilität
Zur Umsetzung der Klimaschutzziele wurden in der Stadtverwaltung zusätzliche Stellen geschaffen. Seit November 2025 unterstützt eine Mobilitätsmanagerin die Umsetzung des Mobilitätskonzepts, das der Rat im Dezember 2025 beschlossen hatte.
Bereits 2024 wurde zudem ein eigenständiges ÖPNV-Konzept fertiggestellt. Seit März 2026 verstärkt außerdem ein Energiemanager das Team, um Energiesparmaßnahmen umzusetzen und den Gebäudebestand klimaneutral weiterzuentwickeln.
Zusätzlich wurde die Lenkungsgruppe „Klima und Mobilität“ eingerichtet, um die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Verwaltungsbereichen zu verbessern.
Fokus auf Energieeinsparung und nachhaltige Mobilität
Zu den laufenden Maßnahmen zählen unter anderem die nachhaltige Beschaffung, Schulungen zum Energiesparen sowie die schrittweise Umstellung des städtischen Fuhrparks auf klimafreundliche Alternativen wie E-Fahrzeuge, E-Bikes und Ladeinfrastruktur.
Darüber hinaus wird die Beleuchtung in öffentlichen Gebäuden zunehmend auf LED-Technik umgestellt. Dies wurde bereits in großen Teilen des Rathauses, der Stadthalle und der Astrid-Lindgren-Schule umgesetzt.
Auch energetische Sanierungen spielen eine wichtige Rolle. So wurden bei den Bauprojekten Schuhwallhalle und Kita Wieterwichtel entsprechende Maßnahmen realisiert. Zudem kommen Wärmepumpen beispielsweise bei der Feuerwehr Hohnstedt zum Einsatz.
Förderung für Dachbegrünungen läuft weiter
Die Stadt Northeim berücksichtigt Klimaschutzvorgaben inzwischen auch in der Bauleitplanung. Zusätzlich werden Rad- und Fußverkehr unter anderem durch das Mobilitätskonzept und die Teilnahme am STADTRADELN gestärkt.
Seit 2025 fördert die Stadt außerdem Dachbegrünungen. Das Förderprogramm läuft zunächst bis Ende dieses Jahres. Die Anträge können online über die Internetseite oder das Bürgerportal der Stadt Northeim eingereicht werden.
Informationsangebote für Bürgerinnen und Bürger
Die Stadt Northeim informiert auch öffentlich über ihre Klimaschutzmaßnahmen. Beim „Frühlingserwachen“ war die Verwaltung mit einem gemeinsamen Informationsstand vertreten. Auch beim Northeimer Klostermarkt ist ein entsprechender Stand geplant.
Darüber hinaus sollen die Exponate der Wanderausstellung „Klima-Macher“, die gemeinsam mit der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen organisiert wurde, künftig dauerhaft zugänglich gemacht werden. Dafür sucht die Stadt derzeit geeignete Räumlichkeiten.