Samstag, 02. Februar 2019 12:48 Uhr

Northeimer Werk-statt-Schule erhält weiter Fördermittel für den besseren Einstieg von zugewanderten Frauen in das Berufsleben

Northeim (red). Die Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung hat am letzten Mittwoch mitgeteilt, dass neun Projektträger des Programms „Koordinierungsstellen Frauen und Wirtschaft" in den nächsten zwei Jahren ihre Aktivitäten zur besseren Arbeitsmarktintegration von geflüchteten Frauen fortsetzen können. Für ihre zusätzlichen Angebote erhalten die Träger jeweils 70.000 Euro. „Die Northeimer Werk-statt-Schule ist mit ihrem Angebot ebenfalls dabei, das freut mich sehr. So kann die gute Arbeit fortgesetzt werden,“ so Frauke Heiligenstadt, MdL.

„Viele der Geflüchteten sind erst jetzt richtig angekommen. Doch gerade Frauen haben wegen ihrer familiären Situation weniger Gelegenheit, regelmäßig an Sprach- und Integrationskursen teilzunehmen", erläuterte Niedersachsens Sozial- und Gleichstellungsministerin Reimann die Förderentscheidungen. Der Ministerin sei es wichtig, das frauenspezifische Angebot einer vertrauensvollen Beratung, aber auch die regionale Vernetzung mit Einrichtungen und Betrieben vorzuhalten. Eine gute Arbeitsstelle erleichtere Frauen durch soziale Kontakte die Integration und bedeute im Idealfall ihre finanzielle Unabhängigkeit.

Es gebe - und gibt weiterhin - großen Informationsbedarf rund um das Thema Arbeitsaufnahme für geflüchtete Menschen. Das erfolgreiche Engagement der Koordinierungsstellen vor Ort beinhalte deswegen beispielsweise die Erstellung von mehrsprachigem Informationsmaterial, Gruppenveranstaltungen und Einzelberatungen, aber auch den Aufbau von Patenschaften und die Sensibilisierung anderer Einrichtungen und Unternehmen. Regionale Fachveranstaltungen schaffen neben Austausch von Wissen und Erfahrungen mehr Bewusstsein für das Thema auch in der Öffentlichkeit. 

Die bei den Koordinierungsstellen eingestellten Fachfrauen haben sich in den vergangenen zwei Jahren intensiv um die Zielgruppe der zugewanderten Frauen gekümmert.

Die neun Koordinierungsstellen, die eine Förderung für den Schwerpunkt „Geflüchtete Frauen" erhalten, sind: 

  • Region Hannover
  • VNB Nienburg
  • Landkreis Vechta 
  • Landkreis Cuxhaven
  • Grone-Schulen Bremervörde 
  • Werk-statt-Schule Northeim 
  • feffa e.V. Lüneburg 
  • Landkreis Schaumburg
  • VHS Hildesheim

In Niedersachsen gibt es insgesamt 25 Koordinierungsstellen Frauen und Wirtschaft, die in ihren Regionen gut vernetzt sind. „Obwohl die Zielgruppe der Berufsrückkehrerinnen inzwischen von vielen Seiten umworben wird, bleibt das Angebot unverzichtbar", so die örtliche Abgeordnete Frauke Heiligenstadt. Denn es gehe nicht um eine schnelle Vermittlung in Mangelberufe, sondern um eine fundierte Berufswegeplanung, die auch den Weg in die Selbstständigkeit oder eine berufliche Umorientierung bedeuten kann.

Einzigartig in Deutschland sei überdies das Konzept, regionale Betriebe - insgesamt mehr als 1.300 - mit ins Boot zu holen, um gemeinsam die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine geschlechtergerechte Personalpolitik voranzubringen.

Die Landesregierung trägt jeweils 85 Prozent der Projektkosten aller 25 Koordinierungsstellen; die Fördersumme für den Zeitraum 2019/2020 beläuft sich auf insgesamt rund 8 Millionen Euro, davon kommen 3,3 Millionen Euro aus Landesmitteln und 4,7 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF).

„Ich freue mich, dass es gelungen ist, mit dieser Förderung des Angebots der Werk-statt-Schule zum Einen die gute Unterstützung der Frauen und zum Anderen die Beratung der örtlichen Betriebe im Bereich des Fachkräftemangels und der Familienfreundlichkeit auch für den Landkreis Northeim fortzusetzen,“ erklärt Frauke Heiligenstadt.

Foto: Symbolbild

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